Was ist eine "Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde"?

 

"Evangelisch"

Baptisten anerkennen die theologischen Prinzipien der Reformation. Sie haben keine verbindlichen Dogmen bzw. Bekenntnisschriften, denn sie bekennen sich zur Bibel als alleiniger Richtschnur und Autorität für Leben und kirchliche Praxis. Das "Priestertum aller Gläubigen", d.h. die geistliche Gleichberechtigung aller Mitglieder, prägt das Gemeindeleben und die überörtlichen Strukturen. Deshalb gibt es kein herausgehobenes kirchliches Amt, vielmehr werden geeignete Männer und Frauen durch die Gemeinde berufen, um nach einer theologischen Ausbildung als Pastorinnen und Pastoren zeitlich anspruchsvolle Dienste wie Verkündigung, Lehre, Seelsorge, Diakonie und Leitung wahrzunehmen. Grundsätzlich können jedoch alle Mitglieder - wenn sie über entsprechende Fähigkeiten verfügen - Gottesdienste gestalten, predigen, das Abendmahl leiten und auch taufen. In den meisten Gemeinden werden diese Aufgaben jedoch von ordinierten und dafür ausgebildeten Pastorinnen oder Pastoren wahrgenommen.

 

 "Freikirchlich"

Die Glaubensentscheidung und die Mitgliedschaft beruhen auf einem freien Entschluss und der persönlichen Entscheidung jedes Einzelnen. Baptisten treten für die Trennung von Kirche und Staat ein und verzichten deshalb freiwillig auf die Erhebung von Kirchensteuern.

 

"Gemeinde"

Jede Gemeinde ist in allen Fragen selbständig und insofern autonom. Das betrifft die gesamte Gestaltung der Gemeindearbeit, von der freien Wahl der Pastoren bis hin zu Fragen des Gottesdienstes, der theologischen Überzeugungen, der Finanzen und der eigenen Ordnung. Oberstes Entscheidungsgremium ist die Versammlung aller Mitglieder.

 

 

Die Gemeinde verwaltet sich daher als eine "Konsensdemokratie". Den Gemeindehaushalt bestreiten die Mitglieder allein durch freiwillige Beiträge und Spenden. Die Taufe wird nur an Menschen vollzogen, die aufgrund ihres persönlichen Glaubens die Taufe begehren und sich für eine verbindliche Mitgliedschaft entschieden haben. Sie geschieht dem neutestamentlichen Vorbild entsprechend durch vollständiges Untertauchen des Täuflings im Wasser. Zur Feier des Abendmahls sind auch Mitglieder anderer Kirchen herzlich eingeladen, sofern sie sich zu Jesus Christus bekennen.