05.11.2011 18:57

"Es geht nichts über die persönliche Begegnung!"

Besuch bei unserer Partnergemeinde Hadath/Beirut


Am 09. Mai machte sich eine Gruppe von 5 Vertretern aus der Gemeinde München Holzstraße auf den Weg nach Beirut, um für 6 Tage ihre Partnergemeinde im Beiruter Stadtteil Hadath zu besuchen. Die Delegation unter anderem mit Pastor Emanuel Wieser besuchte damit erstmals nach dem offiziellen Start der Partnerschaft 2009 unsere Partnergemeinde im Libanon.

Das Ziel für die knappe Woche war ehrgeizig: Möglichst viel kennenlernen von der Partnergemeinde Hadath, Glaubensgeschwister treffen, deren Lebenssituation, Wünsche, Ziele und auch Probleme sehen und verstehen, am täglichen Leben teilhaben aber auch das Land Libanon und die Leute sehen, Sehenswürdigkeiten bewundern, vor Ort spüren, was die  politische Situation und auch die momentanen Veränderungen des „Arabischen Frühlings“ für die Menschen dort und besonders die engagierten Christen bedeutet, was sie fürchten und hoffen und wie wir sie unterstützen können.

Vor Ort untergebracht waren wir bei Mitgliedern der Gemeinde bzw. beim Pastor selbst, was unserem Wunsch, am Alltagsleben der Geschwister teilzuhaben, entgegenkam und besonders persönliche Beziehungen entstehen ließ und gestärkt hat. Wir konnten wieder einmal die überwältigende Gastfreundschaft der Libanesen genießen, die versuchten, uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen und spontan umzusetzen. In Sachen Flexibilität und Spontaneität, stellten vor allem die Libanon-Neulinge fest, konnten wir im interkulturellen Miteinander einiges lernen.

Am Mittwoch Abend trafen wir die Gemeinde erstmals beim wöchentlichen Church-Meeting, nach einem gemeinsamen Imbiss stellten wir uns zunächst selbst und dann unsere Gemeinde München anhand von Bildern vor und lernten dann einzelne Mitglieder der Gemeinde Hadath und ihre jeweiligen Arbeitsbereiche kennen. Wir tauschten Gebetsanliegen aus und beteten dann in Gruppen für unsere Gemeinden. Hier wurde uns wieder deutlich, dass es im Reich Gottes keine kulturellen oder sprachlichen Barrieren gibt!

Im Vorfeld hatten wir uns als Gemeinde entschieden, bedürftige Gemeindemitglieder in Hadath mit dringend benötigten Medikamenten zu unterstützen, auf diesem Gebiet gibt es einige Experten (Pharmazeuten) in der Gemeinde Holzstraße. Die Hilfe wurde mit großer Dankbarkeit aufgenommen; besonders auch einem Kind, das unter Mukoviszidose leidet und dessen Eltern im Libanon keinerlei finanzielle Unterstützung für die Behandlung bekommen, konnten wir damit zumindest kurzfristig sehr helfen. Ein kleines Team in Hadath, ebenfalls mit einer Pharmazeutin, kümmert sich um soziale Härtefälle und wird die Verteilung der Medikamente übernehmen.

Auch das touristische Programm kam nicht zu kurz, mit einem Touranbieter besuchten wir an zwei Tagen Highlights wie Sidon und Tyros, Byblos oder die Jeita-Höhlen. Durch das Umherfahren in Beirut im teils abenteuerlichen Straßenverkehr lernten wir auch die Hauptstadt des Libanon ein wenig kennen und bekamen durch das Bild, das sich uns bot, einen Eindruck von der Vielfalt der Religionen in einem kleinen Land.
Insgesamt war uns die Zeit der Gemeinschaft mit den Geschwistern aber besonders wertvoll, wie die Einladungen zum Tee oder zum Abendessen in Familien, der Besuch der Jungen Erwachsenen Gruppe am Samstag Abend, die einige missionarische Projekte für den kommenden Sommer geplant hat - der gemeinsame Gottesdienst am Sonntag, in dem Pastor Emanuel Wieser die Predigt hielt, das gemeinsame Mittagessen mit der Gemeinde und die persönlichen Begegnungen danach, der Besuch einer kleinen Zweiggemeinde, die von sehr engagierten Geschwistern aufgebaut wird - hier hat uns besonders der lebendige Lobpreis bewegt. Und am Sonntagabend konnten wir noch kurz die Fußballmannschaft der Gemeinde anfeuern, die unser Besuch am Spielfeldrand dann zu einem klaren Sieg gegen eine andere Kirchen-Mannschaft beflügelte!

Für unsere Partnerschaft war dieser Besuch ein wichtiger Schritt. Wir haben sehr herzliche, offene Geschwister kennengelernt und angefangen, Beziehungen zu knüpfen. Und es gibt sicherlich noch viel mehr Menschen, die wie kennenlernen können und Dinge, die wir voneinander lernen können.
Wir haben uns und die Geschwister immer wieder gefragt, wie wir uns gegenseitig unterstützen können und sind bei dieser Frage gemeinsam auf dem Weg. Wichtig ist und bleibt uns, füreinander zu beten. Dafür wollen wir noch häufiger als bisher Gebetsanliegen austauschen. Gut, dass es E-Mail gibt- aber wie wir jetzt wieder gemerkt haben: Es geht nichts über die persönliche Begegnung!

Esther Mankin


Die Gemeinde Hadath lernt ein deutsches Lied: „Lobe den Herrn meine Seele“




Ein gemeinsamer Imbiss eröffnet das Church-Meeting




Die Sonntagschule Hadath bedankt sich für das Geschenk des Kindergottesdienst München





Die Delegation aus München genießt den schönen Libanon




Einladung zum Tee bei Hilfspastor Joseph (links)